Raptor Gardaland – Die Schwingen der Kreatur
Raptor ist eine der beliebtesten und spektakulärsten Attraktionen im Gardaland. Seit seiner Eröffnung im Jahr 2011 fasziniert dieser Wing Coaster – eine Investition von rund 20 Millionen Euro – die Besucher. Bis heute haben über 18 Millionen Fahrgäste den Flug auf den Schwingen der Kreatur gewagt. Er ist der einzige Coaster seines Typs in Italien.
Was ist un Wing Coaster?
Ein Wing Coaster (wörtlich: "Flügel-Achterbahn") bietet ein völlig neues Fahrgefühl. Im Gegensatz zu herkömmlichen Achterbahnen sitzen die Passagiere nicht über oder unter der Schiene, sondern seitlich neben dem Gleis – wie auf den Flügeln eines Flugzeugs.
Da sich keine Schiene über oder unter den Sitzen befindet, haben die Fahrgäste das Gefühl, völlig frei in der Luft zu schweben. Ein besonderes Highlight sind die Near-Miss-Effekte: Die Strecke ist so konstruiert, dass der Zug an insgesamt 6 Hindernissen haarscharf vorbeirast. Man hat das Gefühl, jeden Moment mit einer Ruine oder einem Baum zu kollidieren, bevor der Coaster im letzten Sekundenbruchteil ausweicht.
Das Theming: Die entfesselte Bestie
Raptor besticht durch eines der aufwendigsten Thematisierungen im Park. Die Hintergrundgeschichte: Eine unbekannte, geflügelte Kreatur wurde bei Bauarbeiten im Park geweckt e verbreitet nun Angst und Schrecken.
Der Zug selbst stellt die Kreatur dar, die ihre Opfer (die Passagiere) durch eine zerstörte Landschaft reißt. Das Areal ist als postapokalyptisches Sumpfgebiet gestaltet, komplett mit einem 950 m² großen Biolake, verdrehten Bäumen, zerfallenen Wachtürmen und Felsformationen.
Der Streckenverlauf
Die 770 Meter lange Strecke bietet 90 Sekunden puren Nervenkitzel und 3 Inversionen, die besonders in der zweiten Hälfte der Fahrt für Desorientierung sorgen.
Der Aufstieg und Drop
Der Zug erklimmt den Lifthill auf 33 Meter Höhe. Es folgt der First Drop mit einem Neigungswinkel von 65 Grad, bei dem Raptor seine Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h erreicht und über die Köpfe der Besucher im Western-Bereich hinwegfegt.
Die Near-Miss-Momente
Schon in den ersten Kurven schießt der Zug auf Hindernisse zu. Das Gefühl, fast einen Baum oder eine Betonruine zu berühren, ist das Herzstück des Raptor-Erlebnisses.
Zero-G Roll
Die erste Inversion ist eine Zero-G-Roll. Während dieser 360-Grad-Drehung um die eigene Achse wird die Schwerkraft für einen Moment aufgehoben. Die Passagiere erleben einen Zustand der Schwerelosigkeit.
Flat Spin
Es folgt der Flat Spin, ein Element mit hoher seitlicher Beschleunigung. Hier spürt man die Dynamik des Wing-Coaster-Designs am stärksten, da die äußeren Sitze einen weiteren Radius beschreiben als die inneren.
In-Line Roll
Die letzte Inversion ist eine präzise Längsdrehung (In-Line Roll) direkt über dem Boden, die das Finale vor der Einfahrt in die Station bildet. Die maximale Belastung beträgt dabei etwa 4G.
Raptor im Vergleich
Raptor nimmt im Adrenalin-Portfolio des Gardaland eine Sonderstellung ein:
- Gegenüber Oblivion: Während Oblivion den Fokus auf den einen, massiven vertikalen Drop legt, verteilt Raptor den Thrill über die gesamte Fahrzeit durch Kurvenlagen und Hindernisse.
- Gegenüber Blue Tornado: Beide Bahnen bieten freischwebende Beine, aber nur bei Raptor sitzt man "neben" der Schiene, was die seitliche Exposition und das Gefühl des Ausgeliefertseins deutlich erhöht.
Raptor in Zahlen
| Eröffnungsjahr | 2011 |
| Typ | Wing Coaster (B&M) |
| Maximale Höhe | 33 Meter |
| Gefälle | 65° |
| Streckenlänge | 770 Meter |
| Höchstgeschwindigkeit | 90 km/h |
| Inversionen | 3 |
| Kapazität | 28 Plätze pro Zug |
Für wen ist Raptor geeignet?
Raptor ist für erfahrene Achterbahnfans gedacht, die eine komplexe Fahrt mit Inversionen und visuellen Kicks suchen. Er ist intensiver als Shaman, aber aufgrund des flüssigen Fahrverhaltens weniger "ruppig" als ältere Bahnen.
Zugangsvoraussetzungen:
- Mindestgröße: 140 cm
- Maximalgröße: 195 cm
- Einschränkungen: Nicht gestattet für Schwangere oder Personen mit Herz-, Rücken- oder Nackenbeschwerden.
Praktische Tipps
- Wartezeiten: Raptor gehört zu den Top-Attraktionen. Die Schlangen sind zwischen 12:00 und 15:30 Uhr am längsten. Tipp: Direkt nach der Parköffnung oder kurz vor Schluss fahren.
- Die beste Sitzposition: Für den maximalen Kick wähle einen Sitz in den äußeren Reihen. Dort spürst du die Near-Miss-Effekte an den Hindernissen am intensivsten. Die inneren Sitze (direkt an der Schiene) bieten eine etwas ruhigere Fahrt.